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Patienten-Tagebuch

Hier beschreiben unsere Patienten ihre Erlebnisse in der Parkland-Klinik.

Meine Zeit in der Parkland-Klinik

Ich kam in die Parkland-Klinik mit dem Vorsatz gesund zu werden und nicht mehr zu erbrechen. Meine Erwartungen an mich selbst waren viel zu hoch geschraubt. Übermotiviert, aber auch nervös, trat ich die Reise an. Trotz Vorstellungsgespräch, Informationsmaterialien usw. wusste ich nicht genau, was auf mich zukommen würde. Besonders unsicher war ich, wenn ich darüber nachdachte, wie die Leute wohl sein würden. Bei meiner Ankunft waren die ersten Sorgen aber schnell verflogen, denn noch vor der Aufnahme fand ich nette Gesprächspartnerinnen.

Es war ein schönes Gefühl, offen zu reden, denn zuhause wussten nur wenige von meiner Bulimie. Es wurde zuhause auch nicht darüber gesprochen, da ich selbst immer abgeblockt hatte. Ich habe mich immer wegen meiner Krankheit geschämt, und wegen falschen Verhaltens, aber auch wegen Hinterhältigkeiten von Bekannten war es schwer für mich geworden, anderen Menschen zu vertrauen. Dadurch hatte ich mich sehr verschlossen, niemandem gezeigt, wie es mir wirklich ging, sondern mich immer verstellt.

Meine Kur sollte nun also acht Wochen dauern. Die erste Woche war recht ereignislos. Man musste sich erstmal eingewöhnen und hatte deswegen nur wenige Anwendungen und dafür mehr Freizeit. Ich hatte einige Anwendungen zum Schluss: Gruppentherapie, Einzeltherapie, Ergotherapie (Malen, Töpfern und so), konzentrative Bewegungstherapie, Sozialpädagogik, Motologie, Boxen, Guitarrenkurs, Massagen und Schule. In der Ergotherapie haben wir jedesmal ein Thema bekommen, in dem ich mich wiederfand, und so konnten wir unsere Gefühle, Wünsche und Ziele künstlerisch darstellen. Konzentrative Bewegungstherapie war anfangs meine bestgehasste Anwendung, weil ich in Körperbildern, Laub aufkleben u. ä. keinen Sinn sah. Inzwischen denk ich da anders! Sozialpädagogik beschäftigt sich mit deinem Inneren, deiner Vergangenheit. Sie kann dir zu neuen Perspektiven verhelfen, und man lernt, sich selbst besser einzuschätzen. In der Motologie geht es mehr spielerisch um Selbstbehauptung. Boxen wurde mir persönlich "verschrieben", damit ich die Wut, die ich mit dem Ebrechen immer gegen mich selbst gerichtet habe, anders rauslasse. Der Gitarrenkurs war ebenfalls freiwillig, doch es hilft einem, soviel wie möglich von den Angeboten wahrzunehmen. Jedes Wochenende hatte man noch die Möglichkeit, einen Ausflug zu machen. Auf diese Weise kam ich auch mal nach Marburg, Fritzlar, an den Edersee, in den Wildpark, zum Schloss in Bad Wildungen und an viele andere schöne Plätze. Die Klinik ist umgeben von Wiesen und Wald, also einladend für Spaziergänge und Wanderungen. Es steht einem eine Kurkarte zur Verfügung, mit der man günstiger oder sogar kostenlos an Veranstaltungen im nahen Ort Reinhardshausen teilnehmen konnte. Man konnte ebenfalls mit der Kurkarte mit dem Bus nach Bad Wildungen fahren.

Die Schule befand sich in der benachbarten Werner-Wicker-Klinik. Alle Lehrerinnen und Lehrer waren freundlich und geduldig. Anfangs war ich etwas enttäuscht darüber, dass es hier nur vergleichsweise wenig Unterricht gab, denn zu hause hatte ich mich zu sehr an der Schule festgekrallt. Doch der Unterricht war hier sehr effektiv, zumal man hier in einer kleinen Gruppe oder auch mal ganz allein unterrichtet wurde. So konnten sich die Lehrer ganz auf einen konzentrieren und auf alle Probleme und Schwachstellen eingehen.

Nach drei Wochen schlug die Therapie bei mir an und ich fing an, komplett umzudenken. Ich hatte nun drei Jahre Bulimie hinter mir und hatte jede Malzeit, die ich zu mir genommen hatte, erbrochen. Morgen ist der Tag meiner Abreise und ich schaffe es inzwischen, alle drei Malzeiten in mir zu lassen. Mein Körper arbeitet wieder richtig, mir geht es besser, und ich bin nicht mehr so schlapp. Natürlich gab es auch Höhen und Tiefen und teilweise gab es auch krasse Rückschläge, doch alles in allem war ich am Ende doch sehr zufrieden. Am schlimmsten war die Zeit zwischen der zweiten und dritten Woche. Da sind alle durchgedreht, und wir haben alle nur rumgezickt, geweint und abgeblockt. Am schlimmsten war es in der Lehrküche und am Esstisch im Speisesaal. Hier haben wir uns gegenseitig nur angepflaumt und sind übereinander hergefallen. Das Essen war für mich sehr anstrengend und nicht zu erbrechen, war noch viel schwieriger, zumal nun alle Gefühle hochkamen, die ich durchs Erbrechen immer unterdrückt und verdrängt hatte. Doch inzwischen fällt es mir auch nicht mehr schwer in Gesellschaft zu essen, was mir früher im Traum nicht eingefallen wäre. Auch wenn es mir immer noch schwer fällt, so habe ich inzwischen doch gelernt, über meine Gefühle und Probleme zu sprechen.

Anfangs hatte ich noch zu mir gesagt, ich würde nie im Leben 8 Wochen in der Klinik bleiben, doch später hatte ich sogar überlegt, noch um 3 Wochen zu verlängern.

Ich kann nicht sagen, was nun genau ausschlaggebend für meine Veränderungen war, doch ich denke, dass es das Konzept insgesamt war.

Ich muss sagen, dass ich für die Unterstützung, die ich fand, sehr dankbar bin, auch wenn ich in manchen Momenten ganz anders dachte. Ich bin jetzt voller Zuversicht und gehe mit vielen Plänen, Ideen und Möglichkeiten nach Hause. Ich bin sehr aufgeregt und auch nervös, doch ich freue mich darauf, endlich wieder bei menen Freunden und meiner Familie zu sein.

Daniela (17)
November 2005

Meine Zeit in der Parkland-Klinik 7. bis 4. April 2006

Anfangs fand ich so gut wie alles in der Klinik total blöd, ich wollte eingentlich sofort wieder nach Hause. Das lag vor allem daran, dass ich mich in der Gruppe nicht so wohl gefühlt habe. Am meisten hat mich dann das Essverhalten der Gruppe schockiert. Die haben alle total wenig gegessen und den anderen voll auf die Teller geschaut. Aber nach ca. anderthalb Wochen ging's dann und wurde immer besser. Unsere Therapeutin, Frau Strasser, war sehr nett, und ich hatte ingendwie das Gefühl, sie versteht mich. Die anderen Therapeutinnen, die ich früher vor der Klinik hatte, waren doof und auch viel zu alt. Auch in der Schule in der benachbarten Werner-Wicker-Klinik war es total schön. Man konnte sich drei Unterrichtsfächer auswählen, die man gern machen wollte. Ich habe Mathe, Chemie und Deutsch genommen, weil ich in den Fächern nicht so gut bin. Als Lehrerinnen hatte ich Frau Heyden in Mathematik und Chemie und Frau Grimmell-Hesse in Deutsch. Der Unterricht hat mir viel Spaß gemacht, weil die Lehrer richtig gut auf mich eingegangen sind und mir den Stoff solange erklärt haben, bis ich es auch wirklich verstanden hatte. Ich denke auch, dass ich den Anschluss zu Hause in der Schule nicht verpassen werde. Im Großen und Ganzen hat mir der Klinikaufenthalt SEHR VIEL gebracht. Ich kann wieder so gut wie normal essen und hab auch keine Fressanfälle mehr (Binge-eating). Ich hab auch das Ritzen in den Griff bekommen. Ich sehe jetzt andere Möglichkeiten, mit Gefühlen und Situationen umzugehen. Es sind viele Eigenverantwortung und Willen nötig, damit man hier etwas erreicht, aber ich denke, wenn man gesund werden will, dann kann man das in der Parkland-Klinik schaffen.

Christina (16)
April 2006

Meine Kur in der Parkland-Klinik 2006

Die Entscheidung, eine Kur in der PK zu machen, fiel mir sehr schwer, da ich kurz vor dem Abitur stehe und Angst hatte durchzufallen, wenn ich die Schule zwei Monate verpasse. Jetzt, wo ich acht Wochen Kur erlebt habe, bin ich allerdings sehr froh, dass ich mich für diese Therapie entschieden habe, und ich bin auch in Bezug auf mein Abitur optimistisch. Neben den vielen verschiedenen Therapien gibt es schließlich auch die Möglichkeit, die Schule an der Werner-Wicker-Klinik nebenan zu besuchen, wo man bestens auf den Wiedereinstieg zu Hause vorbereitet wird. Wenn man es sich zutraut, kann man auch Klausuren und Tests schreiben und hat deutlich mehr Spaß als in der Schule zu Hause. Man kann jede Frage stellen und der Unterricht ist auf jeden individuell angepasst. Die Kur hat mir insgesamt sehr gut getan und mich wieder auf den richtigen Weg zurückgebracht. Angst vor Langeweile muss man hier nicht haben, und ich habe hier auch meine Lebensfreude wiedergewonnen, die irgendwie verloren gegangen war. Außerdem habe ich viele nette Leute kennen gelernt, die mich die ganzen acht Wochen unterstützt haben. Im Allgemeinen war die Entscheidung für die Kur das Beste, was mir passieren konnte, und wenn es möglich gewesen wäre, so wäre ich gern auch noch länger geblieben.

Katharina (17)

Acht Wochen in der Parkland-Klinik

Acht Wochen war ich in der Parkland-Klinik. Eine lange Zeit, die mich aber, wie ich jetzt weiß, viel weiter gebracht hat. Schon nach meinem Erstgespräch stand fest, ich musste erst einmal zur Gewichtszunahme und zur Stabilisierung ins Krankenhaus. Das war der reinste Horror für mich. Krankenhaus? Das konnte es nicht sein. Mich überhaupt auf eine Therapie einzulassen, war schon schwer und jetzt das ... . Aber es musste sein. Anfangs wollte ich abbrechen, einfach vor allem davonlaufen, doch die Ärzte dort überzeugten mich es wenigstens zu probieren. Und ich versuchte mich darauf einzulassen. Allerdings ohne große Hoffnungen. Doch es ging und nach einer Woche in der Stadtklinik wurde ich endlich in die Parkland-Klinik verlegt. Schnell lernte ich meine neue Gruppe kennnen und versuchte mich hier einzuleben. Später bekam ich dann meinen Therapieplan und als mir die Ärztin sagte, was ich erreichen sollte, bekam ich zuerst Panik. Das konnte ich gar nicht schaffen! Aber jetzt, nach acht Wochen, weiß ich, ich kann es schaffen. Und ich habe es auch geschafft! So viel hatte ich nicht erwartet. Ich habe schon mehrere Therapien hinter mir, doch bislang ohne großen Erfolg. Jetzt wird mir erstmals klar, was ich mir mit dem Hunger alles angetan habe und was alles hätte passieren können. Die Magersucht hat mir die letzten dreieinhalb Jahre versaut, jetzt ist Schluss, ich habe es einfach satt, krank zu sein. Wenn ich nach Hause komme, beginnt für mich ein neues Leben. Und diesmal will ich es auch leben. In der Klinik hatte ich verschiedene Arten von Therapien, wie z. B. die Konzentrative Bewegungs-Therapie (KBT), dort lernten wir unseren Körper genauer wahrzunehmen und zu spüren. Dann gab es noch die Ergotherapie. Dies gefiel mir am besten. Wir haben dort mit Ton und verschiedenen Materialien gearbeitet. Und dann war da noch die Motologie. Das ist so eine Art Selbstverteidigungs- und Selbstbewusstseinstraining. Wir haben dort verschiedene Übungen wie Schreien und Boxen gemacht. Und natürlich hatte ich Gruppen- und Einzeltherapie, das Wichtigste meiner Meinung nach. Mit meiner Therapeutin kam ich sehr gut klar und konnte sehr viel mit ihr klären. Zusätzlich fanden Familien- und Elterngespräche statt, in denen auch viel geklärt wurde. An den Wochenenden wurden öfters Ausflüge gemacht. So bekam ich z. B. Marburg und Kassel zu sehen. Dabei hatten wir immer richtig Spaß! Zusätzlich zu den Therapien bestand auch die Möglichkeit die Schule zu besuchen. Dies war mir auch sehr wichtig. Mit den Lehrern dort konnte ich im Einzel- und Gruppenunterricht recht viel Stoff aufarbeiten, so dass ich direkt wieder in meine alte Schule zurückkehren kann.

Alexandra (17)

Von Krankheit befreit

Wenn Sie dies hier lesen, sind Sie wahrscheinlich gerade dabei, sich zu fragen, ob ein Aufenthalt in der Parkland-Klinik Ihnen helfen würde. Ich kann Ihnen nur dazu raten, die Möglichkeit wahrzunehmen, sich hier von seiner Krankheit zu befreien. Ich kam extrem magersüchtig und untergewichtig in die Jugendgruppe für Essgestörte, in der alle Teilnehmer ein Achtwochen-Programm durchlaufen. Ich hatte so starke Konzentrationsprobleme, dass sich mich nicht einmal auf einen Fernsehfilm konzentrieren konnte und nur noch an Essen oder auch an Nichtessen dachte. Ich war fest entschlossen, die Magersucht zu besiegen und zuzunehmen. Also war ich zu Beginn der acht Wochen voller Hoffnung. Die erste Zeit war sehr schwierig, und ich hatte Heimweh. Doch je mehr ich mich eingewöhnte, desto mehr konnte ich mich auf die Anwendungen einlassen. Langsam ging es mir besser und ich nahm rasant zu. Jetzt, kurz vor meiner Abreise, beherrscht das Essen nicht mehr meine Gedanken. Ich habe mehr Spaß an vielen Dingen, habe 13 kg zugenommen und bin voller Pläne für die Zukunft. Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war, hierher zu kommen. Zwar ist der Aufenthalt eine Zeit, die zuerst sehr lang erscheint, und man hat Angst zu Hause viel zu verpassen oder in der Schule viel zu versäumen. Zum Glück hat die Parkland-Klinik Anschluss an eine benachbarte Klinikschule mit ausgebildeten Lehrkräften, die die wichtigsten Fächer vollkommen abdecken können, sodass man auf demselben Stand wie die Schulklasse zu Hause bleiben kann. Kurz vor meiner Heimreise habe ich also keine Angst, im Unterricht nicht mitzukommen. Ich fühle mich sowohl körperlich als auch geistig fit und meine einzige Sorge ist, dass ich meine Gruppe aus der Parkland-Klinik sicher sehr vermissen werde. Ich kann jedem nur raten den Schritt zu wagen, in diese Klinik zu gehen, auch wenn nicht alles angenehm war. Mir hat der Aufenthalt sehr geholfen.

Johanna (16)
Februar 2006

Ich kam mit 17 Jahren wegen Depressionen ...



Ich kam mit 17 Jahren wegen Depressionen in die Parkland –Klinik. Alles in Allem bewerte ich meinen Aufenthalt im Nachhinein als sehr positiv und bin dankbar, dass ich diese Chance angenommen habe. Ich kann jedem, auch wenn er noch jung ist, dazu raten.

Natürlich hatte ich am Anfang auch sehr große Angst. Vor allem vor dem, was bei den Therapiestunden ans Tageslicht kommen würde, aber letztendlich denke ich, man kann doch nicht vor sich selbst davonlaufen, und hier ist wirklich ein guter, geschützter Ort, um sich seine Probleme anzuschauen. Anfangs war ich den Therapieangeboten wie Gestaltungs- oder Bewegungstherapie sehr skeptisch gegenüber. Es ist, denke ich, sehr wichtig, sich auf das, was auf einen zukommt, einzulassen, es anzunehmen und sich zu öffnen.

Für mich war der Aufenthalt in der Parklandklinik auch ein Stück weit Selbsterfahrung – eine Strecke auf dem Weg zum eigenen Ich. Natürlich ist dieser Weg mit dem Tag der Entlassung nicht beendet, aber er hat für mich eine Richtung bekommen. Die Erwartung sollte nicht sein, hier glücklich zu werden, sondern zu sehen, dass man das Glück eines sonnigen Tages oder eines bereichernden Gespräches noch empfinden kann. Glücklich zu werden ist für mich eine Lebensaufgabe! Hier habe ich gelernt mich anzunehmen, zu akzeptieren und zu achten. Ich habe neue Kräfte gesammelt und blicke mit Neugier und Spannung in die Zukunft. Ich bin sehr dankbar für diesen Wegweiser und für alle Menschen, die mich auf dieser Strecke begleitet haben.

Ich bin Schülerin der 12. Klasse eines Gymnasiums. Ich wusste von Anfang an, dass ich Schule bekommen würde, doch hatte ich ehrlich gesagt nicht viel erwartet:

-   zum einen , weil ich mich nur schwer konzentrieren konnte, und überhaupt nicht an Schule gedacht habe. Schule und Lernen hatten keinen Platz.

-   Und zum Anderen, weil ich dachte, der Unterricht könne meine individuellen Bedürfnisse nicht abdecken, käme dem Unterricht zu Hause nicht gleich, und sei mehr dazu da, Schüler zu beruhigen.

Aber:    weit gefehlt!!!

Inhaltlich kann ich für mich sehr viel mit nach Hause nehmen, denn es wurden mir nicht nur Grammatik, Vektorrechnung und die Entwicklung der deutschen Politik vermittelt, sondern einiges mehr. Das Verständnis, das Einfühlungsvermögen und die aufbauenden Worte in den kleinen Pausen waren Punkte , die mich wirklich gern zur Schule haben gehen lassen.

Ich habe eine neue, andere Art zu lernen kennen gelernt:

Gemeinsam mit Anderen, ohne Stress, Druck und Leistungszwang. Fehler und Schwächen, Tränen und schlechte Laune sind erlaubt, und man hat keine Angst, irgendwelchen Anforderungen nicht zu entsprechen.

Erst durch den Unterricht hier konnte ich mir den Klinikaufenthalt richtig zu Nutzen machen, denn ohne Schule hätte ich mir nicht so viel Zeit für mich genommen, aus Angst, zu viel Stoff meiner Schule zu Hause zu verpassen. Jetzt habe ich das Gefühl, parallel zu meinen Mitschülern gearbeitet zu haben, und die Angst wieder in den „normalen“ Unterricht einzusteigen ist um ein Vielfaches verringert worden.

                        S. 17 Jahre, Februar 2008
wörtliche Abschrift, kleine Kürzungen !!!!

Mehr als nur ein "Dankeschön"

Mehr als nur ein „Dankeschön“

Als ich am 20. November 2007 in der Parklandklinik ankam, war ich der festen Überzeugung, dass die kommenden Wochen die längsten acht Wochen meines Lebens würden, wobei ich mich noch gar nicht näher mit dem Gedanken an den Schulstoff, den ich zu Hause verpassen würde, auseinandersetzen wollte.
In der ersten Woche galt es, sich erstmal ein wenig an die neue Umgebung, die Essenszeiten und insbesondere an die Menschen, mit denen man in den Therapiestunden zu tun haben würde, zu gewöhnen und alles kennen zu lernen.
Überraschenderweise erwies sich die Eingewöhnung in die Therapie-Gruppe deutlich einfacher und angenehmer als ich vermutet hatte: Nach und nach lernten wir uns immer besser kennen und konnten so auch gezielter an eigenen Problemen arbeiten.
Neben vielen Therapie-Anwendungen hatten wir nicht nur ein vielfältiges Freizeitangebot, das sich von freiem kreativem Gestalten über Schwimmen bis hin zu Krafttraining erstreckte, sondern wir hatten auch die Möglichkeit, das Schulangebot der Schule in der benachbarten Werner-Wicker-Klinik in Anspruch zu nehmen.
In der zweiten Woche lernten wir zunächst die Lehrerinnen und Lehrer kennen, die sich und ihr Aufgabengebiet vorstellten und konnten dann zwei bis drei Fächer angeben, in denen wir gern Unterricht haben wollten. Um neben der Therapie nicht überfordert zu werden, hatten wir am Tag meist nicht mehr als zwei Stunden Unterricht. Trotzdem kann ich persönlich nur sagen, dass der Lernstoff absolut effektiv, vielleicht sogar noch effektiver als in der heimischen Schule vermittelt wird, da die Schülergruppen aus höchstens drei oder vier Schülerinnen bestehen und die Lehrer mit sehr viel Geduld und Ruhe unterrichten.
Dafür möchte ich mich auch noch mal ganz herzlich bedanken!
Durch die Gewissheit, trotz der Abwesenheit von zu hause, dennoch schulisch aktiv zu sein, fiel es mir auch deutlich leichter, mich auf die Therapie zu konzentrieren und einzulassen.
Mir haben die Gruppen- und Einzelgespräche, aber auch die gemeinsamen Mahlzeiten und die Freizeitaktivitäten wirklich viel geholfen, und ich bereue es in keinster Weise, diese acht Wochen Therapie gemacht zu haben!
Zum Schluss möchte ich mich noch mal ganz, ganz herzlich bei meiner Therapeutin, der Ernährungsberaterin, den Freizeittherapeuten, den Lehrerinnen und ganz besonders bei meiner Gruppe für die tollen acht Wochen bedanken.

Anna (17)
Februar 2008

Parkland-Klinik Rezension

Insgesamt war ich nun 10 Wochen in der Parkland-Klinik in Bad Wildungen. Ich, 17 Jahre, gehe eigentlich in die 12. Klasse eines Gymnasiums, bin somit gerade dabei Punkte für mein bevorstehendes Abitur zu sammeln. Als ich also in den Sommerferien '09 erfahren habe, dass meine beantragte Kur genehmigt wurde, musste ich wegen des zugesagten Zeitraums von 5 Wochen erst einmal schlucken, da meine Gedanken sofort zur Schule sprangen, zumal ich ja durch eben jene Kur die ersten drei Wochen der 12 verpasst hätte; in meinen Augen schon eine vile zu lange Zeit! Nach der Zusage ging dann alles allerdings recht schnell, ich hatte mich schließlich dazu durchgerungen, trotz der Angst, zuviel Stoff in der Schule zu verpassen, die Kur anzutreten. Und ich muss dazu sagen, es war die beste Entscheidung meines Lebens. Denn die Zeit, die ich hier in der Klinik verbringen konnte, war eine der (für mich selbst) produktivsten und erfahrungsreichsten seit langem. Aufgrund meines Alters und meiner Essstörung (Adipositas) bin ich in der Klinik dann in die Jugendgruppe gekommen. Wie man zuvor schon lesen konnte, war ich insgesamt 10 Wochen in der Klinik, obwohl mir zu Beginn schon 5 Wochen absolut zuviel erschienen. Was mich letztendlich dann doch ziemlich schnell umgestimmt hat waren zum einen die tollen Menschen, die ich hier kennen lernen durfte, die Schwestern, Ärzte, Therapeuten, Mitpatienten, etc. und auch die verschiedenen Therapien (egal ob z. B. Einzel-, Gruppen- oder Ergotherapie, etc.) und Unternehmungen, die man mit anderen oder auch der ganzen Gruppe (durch-)gemacht hat. Alles Erfahrungen, die ich um keinen Preis mehr missen möchte! Zum anderen hat mir aber auch , vor allem was meine Ängste und Befürchtungen bezüglich der Schule betrafen, die Tatsache geholfen, dass wir Jugendliche in der Klinik nebenan (Werner-Wicker-Klinik) in der dort integrierten Werner-Wicker-Schule für Patienten Unterricht von definitiv fachkundigen (und auch sehr sympathischen) Lehrkräften erhalten haben. So habe ich zum Beispiel in der Zeit, in der ich hier in der Klinik war, ohne Probleme den Stoff meines Mathematik-Leistungskurses mitverfolgen können, sodass ich anschließend ohne Befürchtungen wieder in die Schule einsteigen können werde (hierbei gilt mein Dank auch besonders Frau Heyden und Herrn Gratzer, ohne deren Unterricht dies nicht in dieser Form möglich sein würde).

Diese beiden Punkte (die Menschen und Therapien und der erhaltene Unterricht) haben mich definitiv in meiner Entscheidung gestärkt und unterstützt schlussendlich die 10 Wochen ganz durchzuziehen und diesen Zeitraum auch voll und ganz für mich zu nutzen. Dadurch konnte ich mich hier auch wirklich voll und ganz auf mich, meinen Körper und mene Probleme konzentrieren, letztere endlich verstehen lernen, mich mit ihnen auseinandersetzen, ein paar Pfunde verlieren und so mittlerweile meinen Körper auch wieder mehr mögen als zuvor.

Deshalb kann ich die Prakland-Klinik auch jedem empfehlen, denn hier konnte ich meine Befürchtungen loswerden und somit meinen bevorstehenden Weg zielgerichtet verfolgen. Natürlich ist dabei auch klar, dass dieser Weg nicht immer einfach war oder einfach sein wird, aber meiner Meinung nach war ich hier in der Parkland-Klinik wirklich in den besten Händen, sodass ich jedem nur von Herzen raten kann, den Weg, den ich in Angriff genommen habe, auch zu beschreiten. Und dabei könnte ich mir keine bessere Hilfe als diese Klinik, die Parkland-Klinik, vorstellen.

Nina, 17
Oktober 2009

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Letzte Änderung: 20.10.2009 / 10:25 Uhr
Ausgedruckt am 07.09.2010 / 21:01