Patienten-Tagebuch
Hier beschreiben unsere Patienten ihre Erlebnisse in der Parkland-Klinik.
Meine Zeit in der Parkland-Klinik
Ich kam in die Parkland-Klinik mit dem Vorsatz gesund zu werden und nicht mehr zu erbrechen. Meine
Erwartungen an mich selbst waren viel zu hoch geschraubt. Übermotiviert, aber auch nervös, trat ich
die Reise an. Trotz Vorstellungsgespräch, Informationsmaterialien usw. wusste ich nicht genau, was
auf mich zukommen würde. Besonders unsicher war ich, wenn ich darüber nachdachte, wie die Leute
wohl sein würden. Bei meiner Ankunft waren die ersten Sorgen aber schnell verflogen, denn noch vor
der Aufnahme fand ich nette Gesprächspartnerinnen.
Es war ein schönes Gefühl, offen zu
reden, denn zuhause wussten nur wenige von meiner Bulimie. Es wurde zuhause auch nicht darüber
gesprochen, da ich selbst immer abgeblockt hatte. Ich habe mich immer wegen meiner Krankheit
geschämt, und wegen falschen Verhaltens, aber auch wegen Hinterhältigkeiten von Bekannten war es
schwer für mich geworden, anderen Menschen zu vertrauen. Dadurch hatte ich mich sehr verschlossen,
niemandem gezeigt, wie es mir wirklich ging, sondern mich immer verstellt.
Meine Kur sollte
nun also acht Wochen dauern. Die erste Woche war recht ereignislos. Man musste sich erstmal
eingewöhnen und hatte deswegen nur wenige Anwendungen und dafür mehr Freizeit. Ich hatte einige
Anwendungen zum Schluss: Gruppentherapie, Einzeltherapie, Ergotherapie (Malen, Töpfern und so),
konzentrative Bewegungstherapie, Sozialpädagogik, Motologie, Boxen, Guitarrenkurs, Massagen und
Schule. In der Ergotherapie haben wir jedesmal ein Thema bekommen, in dem ich mich wiederfand, und
so konnten wir unsere Gefühle, Wünsche und Ziele künstlerisch darstellen. Konzentrative
Bewegungstherapie war anfangs meine bestgehasste Anwendung, weil ich in Körperbildern, Laub
aufkleben u. ä. keinen Sinn sah. Inzwischen denk ich da anders! Sozialpädagogik beschäftigt sich
mit deinem Inneren, deiner Vergangenheit. Sie kann dir zu neuen Perspektiven verhelfen, und man
lernt, sich selbst besser einzuschätzen. In der Motologie geht es mehr spielerisch um
Selbstbehauptung. Boxen wurde mir persönlich "verschrieben", damit ich die Wut, die ich
mit dem Ebrechen immer gegen mich selbst gerichtet habe, anders rauslasse. Der Gitarrenkurs war
ebenfalls freiwillig, doch es hilft einem, soviel wie möglich von den Angeboten wahrzunehmen. Jedes
Wochenende hatte man noch die Möglichkeit, einen Ausflug zu machen. Auf diese Weise kam ich auch
mal nach Marburg, Fritzlar, an den Edersee, in den Wildpark, zum Schloss in Bad Wildungen und an
viele andere schöne Plätze. Die Klinik ist umgeben von Wiesen und Wald, also einladend für
Spaziergänge und Wanderungen. Es steht einem eine Kurkarte zur Verfügung, mit der man günstiger
oder sogar kostenlos an Veranstaltungen im nahen Ort Reinhardshausen teilnehmen konnte. Man konnte
ebenfalls mit der Kurkarte mit dem Bus nach Bad Wildungen fahren.
Die Schule befand sich in
der benachbarten Werner-Wicker-Klinik. Alle Lehrerinnen und Lehrer waren freundlich und geduldig.
Anfangs war ich etwas enttäuscht darüber, dass es hier nur vergleichsweise wenig Unterricht gab,
denn zu hause hatte ich mich zu sehr an der Schule festgekrallt. Doch der Unterricht war hier sehr
effektiv, zumal man hier in einer kleinen Gruppe oder auch mal ganz allein unterrichtet wurde. So
konnten sich die Lehrer ganz auf einen konzentrieren und auf alle Probleme und Schwachstellen
eingehen.
Nach drei Wochen schlug die Therapie bei mir an und ich fing an, komplett
umzudenken. Ich hatte nun drei Jahre Bulimie hinter mir und hatte jede Malzeit, die ich zu mir
genommen hatte, erbrochen. Morgen ist der Tag meiner Abreise und ich schaffe es inzwischen, alle
drei Malzeiten in mir zu lassen. Mein Körper arbeitet wieder richtig, mir geht es besser, und ich
bin nicht mehr so schlapp. Natürlich gab es auch Höhen und Tiefen und teilweise gab es auch krasse
Rückschläge, doch alles in allem war ich am Ende doch sehr zufrieden. Am schlimmsten war die Zeit
zwischen der zweiten und dritten Woche. Da sind alle durchgedreht, und wir haben alle nur
rumgezickt, geweint und abgeblockt. Am schlimmsten war es in der Lehrküche und am Esstisch im
Speisesaal. Hier haben wir uns gegenseitig nur angepflaumt und sind übereinander hergefallen. Das
Essen war für mich sehr anstrengend und nicht zu erbrechen, war noch viel schwieriger, zumal nun
alle Gefühle hochkamen, die ich durchs Erbrechen immer unterdrückt und verdrängt hatte. Doch
inzwischen fällt es mir auch nicht mehr schwer in Gesellschaft zu essen, was mir früher im Traum
nicht eingefallen wäre. Auch wenn es mir immer noch schwer fällt, so habe ich inzwischen doch
gelernt, über meine Gefühle und Probleme zu sprechen.
Anfangs hatte ich noch zu mir gesagt,
ich würde nie im Leben 8 Wochen in der Klinik bleiben, doch später hatte ich sogar überlegt, noch
um 3 Wochen zu verlängern.
Ich kann nicht sagen, was nun genau ausschlaggebend für meine
Veränderungen war, doch ich denke, dass es das Konzept insgesamt war.
Ich muss sagen, dass
ich für die Unterstützung, die ich fand, sehr dankbar bin, auch wenn ich in manchen Momenten ganz
anders dachte. Ich bin jetzt voller Zuversicht und gehe mit vielen Plänen, Ideen und Möglichkeiten
nach Hause. Ich bin sehr aufgeregt und auch nervös, doch ich freue mich darauf, endlich wieder bei
menen Freunden und meiner Familie zu sein.
Daniela (17)
November 2005
Meine Zeit in der Parkland-Klinik 7. bis 4. April 2006
Anfangs fand ich so gut wie alles in der Klinik total blöd, ich wollte eingentlich sofort wieder
nach Hause. Das lag vor allem daran, dass ich mich in der Gruppe nicht so wohl gefühlt habe. Am
meisten hat mich dann das Essverhalten der Gruppe schockiert. Die haben alle total wenig gegessen
und den anderen voll auf die Teller geschaut. Aber nach ca. anderthalb Wochen ging's dann und wurde
immer besser. Unsere Therapeutin, Frau Strasser, war sehr nett, und ich hatte ingendwie das Gefühl,
sie versteht mich. Die anderen Therapeutinnen, die ich früher vor der Klinik hatte, waren doof und
auch viel zu alt. Auch in der Schule in der benachbarten Werner-Wicker-Klinik war es total schön.
Man konnte sich drei Unterrichtsfächer auswählen, die man gern machen wollte. Ich habe Mathe,
Chemie und Deutsch genommen, weil ich in den Fächern nicht so gut bin. Als Lehrerinnen hatte ich
Frau Heyden in Mathematik und Chemie und Frau Grimmell-Hesse in Deutsch. Der Unterricht hat mir
viel Spaß gemacht, weil die Lehrer richtig gut auf mich eingegangen sind und mir den Stoff solange
erklärt haben, bis ich es auch wirklich verstanden hatte. Ich denke auch, dass ich den Anschluss zu
Hause in der Schule nicht verpassen werde. Im Großen und Ganzen hat mir der Klinikaufenthalt SEHR
VIEL gebracht. Ich kann wieder so gut wie normal essen und hab auch keine Fressanfälle mehr
(Binge-eating). Ich hab auch das Ritzen in den Griff bekommen. Ich sehe jetzt andere Möglichkeiten,
mit Gefühlen und Situationen umzugehen. Es sind viele Eigenverantwortung und Willen nötig, damit
man hier etwas erreicht, aber ich denke, wenn man gesund werden will, dann kann man das in der
Parkland-Klinik schaffen.
Christina (16)
April 2006
Meine Kur in der Parkland-Klinik 2006
Die Entscheidung, eine Kur in der PK zu machen, fiel mir sehr schwer, da ich kurz vor dem Abitur
stehe und Angst hatte durchzufallen, wenn ich die Schule zwei Monate verpasse. Jetzt, wo ich acht
Wochen Kur erlebt habe, bin ich allerdings sehr froh, dass ich mich für diese Therapie entschieden
habe, und ich bin auch in Bezug auf mein Abitur optimistisch. Neben den vielen verschiedenen
Therapien gibt es schließlich auch die Möglichkeit, die Schule an der Werner-Wicker-Klinik nebenan
zu besuchen, wo man bestens auf den Wiedereinstieg zu Hause vorbereitet wird. Wenn man es sich
zutraut, kann man auch Klausuren und Tests schreiben und hat deutlich mehr Spaß als in der Schule
zu Hause. Man kann jede Frage stellen und der Unterricht ist auf jeden individuell angepasst. Die
Kur hat mir insgesamt sehr gut getan und mich wieder auf den richtigen Weg zurückgebracht. Angst
vor Langeweile muss man hier nicht haben, und ich habe hier auch meine Lebensfreude wiedergewonnen,
die irgendwie verloren gegangen war. Außerdem habe ich viele nette Leute kennen gelernt, die mich
die ganzen acht Wochen unterstützt haben. Im Allgemeinen war die Entscheidung für die Kur das
Beste, was mir passieren konnte, und wenn es möglich gewesen wäre, so wäre ich gern auch noch
länger geblieben.
Katharina (17)
Acht Wochen in der Parkland-Klinik
Acht Wochen war ich in der Parkland-Klinik. Eine lange Zeit, die mich aber, wie ich jetzt weiß,
viel weiter gebracht hat. Schon nach meinem Erstgespräch stand fest, ich musste erst einmal zur
Gewichtszunahme und zur Stabilisierung ins Krankenhaus. Das war der reinste Horror für mich.
Krankenhaus? Das konnte es nicht sein. Mich überhaupt auf eine Therapie einzulassen, war schon
schwer und jetzt das ... . Aber es musste sein. Anfangs wollte ich abbrechen, einfach vor allem
davonlaufen, doch die Ärzte dort überzeugten mich es wenigstens zu probieren. Und ich versuchte
mich darauf einzulassen. Allerdings ohne große Hoffnungen. Doch es ging und nach einer Woche in der
Stadtklinik wurde ich endlich in die Parkland-Klinik verlegt. Schnell lernte ich meine neue Gruppe
kennnen und versuchte mich hier einzuleben. Später bekam ich dann meinen Therapieplan und als mir
die Ärztin sagte, was ich erreichen sollte, bekam ich zuerst Panik. Das konnte ich gar nicht
schaffen! Aber jetzt, nach acht Wochen, weiß ich, ich kann es schaffen. Und ich habe es auch
geschafft! So viel hatte ich nicht erwartet. Ich habe schon mehrere Therapien hinter mir, doch
bislang ohne großen Erfolg. Jetzt wird mir erstmals klar, was ich mir mit dem Hunger alles angetan
habe und was alles hätte passieren können. Die Magersucht hat mir die letzten dreieinhalb Jahre
versaut, jetzt ist Schluss, ich habe es einfach satt, krank zu sein. Wenn ich nach Hause komme,
beginnt für mich ein neues Leben. Und diesmal will ich es auch leben. In der Klinik hatte ich
verschiedene Arten von Therapien, wie z. B. die Konzentrative Bewegungs-Therapie (KBT), dort
lernten wir unseren Körper genauer wahrzunehmen und zu spüren. Dann gab es noch die Ergotherapie.
Dies gefiel mir am besten. Wir haben dort mit Ton und verschiedenen Materialien gearbeitet. Und
dann war da noch die Motologie. Das ist so eine Art Selbstverteidigungs- und
Selbstbewusstseinstraining. Wir haben dort verschiedene Übungen wie Schreien und Boxen gemacht. Und
natürlich hatte ich Gruppen- und Einzeltherapie, das Wichtigste meiner Meinung nach. Mit meiner
Therapeutin kam ich sehr gut klar und konnte sehr viel mit ihr klären. Zusätzlich fanden Familien-
und Elterngespräche statt, in denen auch viel geklärt wurde. An den Wochenenden wurden öfters
Ausflüge gemacht. So bekam ich z. B. Marburg und Kassel zu sehen. Dabei hatten wir immer richtig
Spaß! Zusätzlich zu den Therapien bestand auch die Möglichkeit die Schule zu besuchen. Dies war mir
auch sehr wichtig. Mit den Lehrern dort konnte ich im Einzel- und Gruppenunterricht recht viel
Stoff aufarbeiten, so dass ich direkt wieder in meine alte Schule zurückkehren
kann.
Alexandra (17)
Von Krankheit befreit
Wenn Sie dies hier lesen, sind Sie wahrscheinlich gerade dabei, sich zu fragen, ob ein Aufenthalt
in der Parkland-Klinik Ihnen helfen würde. Ich kann Ihnen nur dazu raten, die Möglichkeit
wahrzunehmen, sich hier von seiner Krankheit zu befreien. Ich kam extrem magersüchtig und
untergewichtig in die Jugendgruppe für Essgestörte, in der alle Teilnehmer ein Achtwochen-Programm
durchlaufen. Ich hatte so starke Konzentrationsprobleme, dass sich mich nicht einmal auf einen
Fernsehfilm konzentrieren konnte und nur noch an Essen oder auch an Nichtessen dachte. Ich war fest
entschlossen, die Magersucht zu besiegen und zuzunehmen. Also war ich zu Beginn der acht Wochen
voller Hoffnung. Die erste Zeit war sehr schwierig, und ich hatte Heimweh. Doch je mehr ich mich
eingewöhnte, desto mehr konnte ich mich auf die Anwendungen einlassen. Langsam ging es mir besser
und ich nahm rasant zu. Jetzt, kurz vor meiner Abreise, beherrscht das Essen nicht mehr meine
Gedanken. Ich habe mehr Spaß an vielen Dingen, habe 13 kg zugenommen und bin voller Pläne für die
Zukunft. Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war, hierher zu kommen. Zwar ist der
Aufenthalt eine Zeit, die zuerst sehr lang erscheint, und man hat Angst zu Hause viel zu verpassen
oder in der Schule viel zu versäumen. Zum Glück hat die Parkland-Klinik Anschluss an eine
benachbarte Klinikschule mit ausgebildeten Lehrkräften, die die wichtigsten Fächer vollkommen
abdecken können, sodass man auf demselben Stand wie die Schulklasse zu Hause bleiben kann. Kurz vor
meiner Heimreise habe ich also keine Angst, im Unterricht nicht mitzukommen. Ich fühle mich sowohl
körperlich als auch geistig fit und meine einzige Sorge ist, dass ich meine Gruppe aus der
Parkland-Klinik sicher sehr vermissen werde. Ich kann jedem nur raten den Schritt zu wagen, in
diese Klinik zu gehen, auch wenn nicht alles angenehm war. Mir hat der Aufenthalt sehr
geholfen.
Johanna (16)
Februar 2006
Ich kam mit 17 Jahren wegen Depressionen ...
Ich kam mit 17 Jahren wegen Depressionen in die Parkland –Klinik. Alles in Allem bewerte
ich meinen Aufenthalt im Nachhinein als sehr positiv und bin dankbar, dass ich diese Chance
angenommen habe. Ich kann jedem, auch wenn er noch jung ist, dazu raten.
Natürlich hatte
ich am Anfang auch sehr große Angst. Vor allem vor dem, was bei den Therapiestunden ans Tageslicht
kommen würde, aber letztendlich denke ich, man kann doch nicht vor sich selbst davonlaufen, und
hier ist wirklich ein guter, geschützter Ort, um sich seine Probleme anzuschauen. Anfangs war ich
den Therapieangeboten wie Gestaltungs- oder Bewegungstherapie sehr skeptisch gegenüber. Es ist,
denke ich, sehr wichtig, sich auf das, was auf einen zukommt, einzulassen, es anzunehmen und sich
zu öffnen.
Für mich war der Aufenthalt in der Parklandklinik auch ein Stück weit
Selbsterfahrung – eine Strecke auf dem Weg zum eigenen Ich. Natürlich ist dieser Weg mit dem Tag
der Entlassung nicht beendet, aber er hat für mich eine Richtung bekommen. Die Erwartung sollte
nicht sein, hier glücklich zu werden, sondern zu sehen, dass man das Glück eines sonnigen Tages
oder eines bereichernden Gespräches noch empfinden kann. Glücklich zu werden ist für mich eine
Lebensaufgabe! Hier habe ich gelernt mich anzunehmen, zu akzeptieren und zu achten. Ich habe neue
Kräfte gesammelt und blicke mit Neugier und Spannung in die Zukunft. Ich bin sehr dankbar für
diesen Wegweiser und für alle Menschen, die mich auf dieser Strecke begleitet haben.
Ich bin
Schülerin der 12. Klasse eines Gymnasiums. Ich wusste von Anfang an, dass ich Schule bekommen
würde, doch hatte ich ehrlich gesagt nicht viel erwartet:
- zum einen ,
weil ich mich nur schwer konzentrieren konnte, und überhaupt nicht an Schule gedacht habe. Schule
und Lernen hatten keinen Platz.
- Und zum Anderen, weil ich dachte, der
Unterricht könne meine individuellen Bedürfnisse nicht abdecken, käme dem Unterricht zu Hause nicht
gleich, und sei mehr dazu da, Schüler zu beruhigen.
Aber: weit
gefehlt!!!
Inhaltlich kann ich für mich sehr viel mit nach Hause nehmen, denn es wurden mir
nicht nur Grammatik, Vektorrechnung und die Entwicklung der deutschen Politik vermittelt, sondern
einiges mehr. Das Verständnis, das Einfühlungsvermögen und die aufbauenden Worte in den kleinen
Pausen waren Punkte , die mich wirklich gern zur Schule haben gehen lassen.
Ich habe eine
neue, andere Art zu lernen kennen gelernt:
Gemeinsam mit Anderen, ohne Stress, Druck und
Leistungszwang. Fehler und Schwächen, Tränen und schlechte Laune sind erlaubt, und man hat keine
Angst, irgendwelchen Anforderungen nicht zu entsprechen.
Erst durch den Unterricht hier
konnte ich mir den Klinikaufenthalt richtig zu Nutzen machen, denn ohne Schule hätte ich mir nicht
so viel Zeit für mich genommen, aus Angst, zu viel Stoff meiner Schule zu Hause zu verpassen. Jetzt
habe ich das Gefühl, parallel zu meinen Mitschülern gearbeitet zu haben, und die Angst wieder in
den „normalen“ Unterricht einzusteigen ist um ein Vielfaches verringert worden.
S.
17 Jahre, Februar 2008
wörtliche Abschrift, kleine Kürzungen !!!!
Mehr als nur ein "Dankeschön"
Mehr als nur ein „Dankeschön“
Als ich am 20. November 2007 in der Parklandklinik ankam, war
ich der festen Überzeugung, dass die kommenden Wochen die längsten acht Wochen meines Lebens
würden, wobei ich mich noch gar nicht näher mit dem Gedanken an den Schulstoff, den ich zu Hause
verpassen würde, auseinandersetzen wollte.
In der ersten Woche galt es, sich erstmal ein wenig
an die neue Umgebung, die Essenszeiten und insbesondere an die Menschen, mit denen man in den
Therapiestunden zu tun haben würde, zu gewöhnen und alles kennen zu lernen.
Überraschenderweise
erwies sich die Eingewöhnung in die Therapie-Gruppe deutlich einfacher und angenehmer als ich
vermutet hatte: Nach und nach lernten wir uns immer besser kennen und konnten so auch gezielter an
eigenen Problemen arbeiten.
Neben vielen Therapie-Anwendungen hatten wir nicht nur ein
vielfältiges Freizeitangebot, das sich von freiem kreativem Gestalten über Schwimmen bis hin zu
Krafttraining erstreckte, sondern wir hatten auch die Möglichkeit, das Schulangebot der Schule in
der benachbarten Werner-Wicker-Klinik in Anspruch zu nehmen.
In der zweiten Woche lernten wir
zunächst die Lehrerinnen und Lehrer kennen, die sich und ihr Aufgabengebiet vorstellten und konnten
dann zwei bis drei Fächer angeben, in denen wir gern Unterricht haben wollten. Um neben der
Therapie nicht überfordert zu werden, hatten wir am Tag meist nicht mehr als zwei Stunden
Unterricht. Trotzdem kann ich persönlich nur sagen, dass der Lernstoff absolut effektiv, vielleicht
sogar noch effektiver als in der heimischen Schule vermittelt wird, da die Schülergruppen aus
höchstens drei oder vier Schülerinnen bestehen und die Lehrer mit sehr viel Geduld und Ruhe
unterrichten.
Dafür möchte ich mich auch noch mal ganz herzlich bedanken!
Durch die
Gewissheit, trotz der Abwesenheit von zu hause, dennoch schulisch aktiv zu sein, fiel es mir auch
deutlich leichter, mich auf die Therapie zu konzentrieren und einzulassen.
Mir haben die
Gruppen- und Einzelgespräche, aber auch die gemeinsamen Mahlzeiten und die Freizeitaktivitäten
wirklich viel geholfen, und ich bereue es in keinster Weise, diese acht Wochen Therapie gemacht zu
haben!
Zum Schluss möchte ich mich noch mal ganz, ganz herzlich bei meiner Therapeutin, der
Ernährungsberaterin, den Freizeittherapeuten, den Lehrerinnen und ganz besonders bei meiner Gruppe
für die tollen acht Wochen bedanken.
Anna (17)
Februar 2008
Parkland-Klinik Rezension
Insgesamt war ich nun 10 Wochen in der Parkland-Klinik in Bad Wildungen. Ich, 17 Jahre, gehe
eigentlich in die 12. Klasse eines Gymnasiums, bin somit gerade dabei Punkte für mein
bevorstehendes Abitur zu sammeln. Als ich also in den Sommerferien '09 erfahren habe, dass meine
beantragte Kur genehmigt wurde, musste ich wegen des zugesagten Zeitraums von 5 Wochen erst einmal
schlucken, da meine Gedanken sofort zur Schule sprangen, zumal ich ja durch eben jene Kur die
ersten drei Wochen der 12 verpasst hätte; in meinen Augen schon eine vile zu lange Zeit! Nach der
Zusage ging dann alles allerdings recht schnell, ich hatte mich schließlich dazu durchgerungen,
trotz der Angst, zuviel Stoff in der Schule zu verpassen, die Kur anzutreten. Und ich muss dazu
sagen, es war die beste Entscheidung meines Lebens. Denn die Zeit, die ich hier in der Klinik
verbringen konnte, war eine der (für mich selbst) produktivsten und erfahrungsreichsten seit
langem. Aufgrund meines Alters und meiner Essstörung (Adipositas) bin ich in der Klinik dann in die
Jugendgruppe gekommen. Wie man zuvor schon lesen konnte, war ich insgesamt 10 Wochen in der
Klinik, obwohl mir zu Beginn schon 5 Wochen absolut zuviel erschienen. Was mich letztendlich dann
doch ziemlich schnell umgestimmt hat waren zum einen die tollen Menschen, die ich hier kennen
lernen durfte, die Schwestern, Ärzte, Therapeuten, Mitpatienten, etc. und auch die verschiedenen
Therapien (egal ob z. B. Einzel-, Gruppen- oder Ergotherapie, etc.) und Unternehmungen, die man mit
anderen oder auch der ganzen Gruppe (durch-)gemacht hat. Alles Erfahrungen, die ich um keinen Preis
mehr missen möchte! Zum anderen hat mir aber auch , vor allem was meine Ängste und Befürchtungen
bezüglich der Schule betrafen, die Tatsache geholfen, dass wir Jugendliche in der Klinik nebenan
(Werner-Wicker-Klinik) in der dort integrierten Werner-Wicker-Schule für Patienten Unterricht von
definitiv fachkundigen (und auch sehr sympathischen) Lehrkräften erhalten haben. So habe ich zum
Beispiel in der Zeit, in der ich hier in der Klinik war, ohne Probleme den Stoff meines
Mathematik-Leistungskurses mitverfolgen können, sodass ich anschließend ohne Befürchtungen wieder
in die Schule einsteigen können werde (hierbei gilt mein Dank auch besonders Frau Heyden und Herrn
Gratzer, ohne deren Unterricht dies nicht in dieser Form möglich sein würde).
Diese beiden
Punkte (die Menschen und Therapien und der erhaltene Unterricht) haben mich definitiv in meiner
Entscheidung gestärkt und unterstützt schlussendlich die 10 Wochen ganz durchzuziehen und diesen
Zeitraum auch voll und ganz für mich zu nutzen. Dadurch konnte ich mich hier auch wirklich voll und
ganz auf mich, meinen Körper und mene Probleme konzentrieren, letztere endlich verstehen lernen,
mich mit ihnen auseinandersetzen, ein paar Pfunde verlieren und so mittlerweile meinen Körper auch
wieder mehr mögen als zuvor.
Deshalb kann ich die Prakland-Klinik auch jedem empfehlen,
denn hier konnte ich meine Befürchtungen loswerden und somit meinen bevorstehenden Weg
zielgerichtet verfolgen. Natürlich ist dabei auch klar, dass dieser Weg nicht immer einfach war
oder einfach sein wird, aber meiner Meinung nach war ich hier in der Parkland-Klinik wirklich in
den besten Händen, sodass ich jedem nur von Herzen raten kann, den Weg, den ich in Angriff genommen
habe, auch zu beschreiten. Und dabei könnte ich mir keine bessere Hilfe als diese Klinik, die
Parkland-Klinik, vorstellen.
Nina, 17
Oktober 2009