Entspannungsverfahren

Eine Vielzahl psychosomatischer Störungen kann auf eine Überlastung des Organismus durch Stress, Zeitdruck und alltägliche Belastungen zurückgeführt werden. Es entsteht eine physiologische Daueranspannung, die sich in Herzrasen, Stichen in der Brust, Atembeschwerden, Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen oder Verdauungsproblemen bemerkbar machen kann.

Wesentlich für eine Gesundung ist es, Phasen der Ruhe und Entspannung in den Alltag einzubauen. Dann hat der Organismus die Gelegenheit, von dem angespannten Zustand in einen entspannten Zustand "umzuschalten“, der Körper und Seele wieder ins Gleichgewicht bringt.

Mit der Progressiven Muskelrelaxation (PMR) steht ein wirkungsvolles, wissenschaftlich überprüftes Verfahren zur Verfügung, mit dem dieses Umschalten auf einen entspannten Zustand unterstützt werden kann. Die Parkland-Klinik bietet Ihnen die Möglichkeit, bei entsprechender Indikation dieses Verfahren zu erlernen und Ihre Erfahrungen und eventuelle Startschwierigkeiten in der Gruppe zu besprechen. Ziel ist es, die Übungen nach der Rehabilitation selbstständig anwenden zu können und dadurch das Wohlbefinden zu stabilisieren.

Progressive Muskelrelaxation

Die Methode der Progressiven Muskelrelaxation oder Muskelentspannung (PMR) geht auf den amerikanischen Physiologen Jacobson zurück. In den 1930er Jahren beobachtete er, dass die Anspannung der Muskulatur häufig mit Unruhe, Angst und psychischer Spannung einhergeht.

Davon ausgehend entwickelte er das Grundprinzip der PMR: Einzelne Muskelgruppen (z. B. die Hände, die Schultern oder die Beine) werden nacheinander für einige Sekunden willentlich angespannt und anschließend deutlich länger entspannt und gelockert.

Zunächst werden die Muskeln einer Hand angespannt (z. B. Faust ballen) und gelockert, dann die der anderen Hand, schließlich beide gleichzeitig. So geht man durch die Muskelgruppen des ganzen Körpers. Die Anspannung wird jeweils für etwa sieben Sekunden gehalten, dabei wird gleichmäßig weitergeatmet. Die darauf folgende Entspannungsphase dauert ungefähr 30 Sekunden. In dieser Zeit fühlen Sie mit Ihren Gedanken nach, wie sich der Muskel entspannt.

Man lernt dabei, Anspannungs- und Entspannungszustände im Körper genauer zu unterscheiden. Damit einher geht ein allgemeines Entspannungsgefühl. Progressiv, also voranschreitend, ist das Training, da es der Übende immer besser lernt, schrittweise alle wichtigen Muskelgruppen des Körpers wahrzunehmen und zu entspannen.

Physiologisch kommt es bei der Durchführung des Verfahrens zu einer messbaren Abnahme der sympathischen und zu einer Steigerung der parasympathischen Aktivitäten des Nervensystems, wodurch Muskeltonus, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Hautleitfähigkeit gesenkt werden sowie die Durchblutung der Hautgefäße in den Extremitäten gesteigert wird. Emotional kann es zu angenehm erlebten Zuständen der Ausgeglichenheit, Konzentration, Ruhe und Harmonie kommen, wobei dies individuell unterschiedlich intensiv empfunden wird.

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